Ausbildungsmethoden
Hundeausbildung oder Ausbildung allgemein heißt das Anwenden von verhaltensmodifikatorischen Prinzipien.
Es gibt Lernprinzipien in der Hundeerziehung (Ausbildung), die häufig vorkommen und vom Hundeführer angewendet werden.
z.B.
- Wir loben für angemessenes Verhalten des Hundes
- Wir bestrafen und tadeln für unangemessenes Verhalten des Hundes
- Wir bemühen uns selbst um korrektes Verhalten
- Wir schenken Zuwendung oder Abneigung
- Wir nehmen Dinge weg
- Wir belehren bzw. korrigieren
- Wir übersehen bewusst gewisse Dinge
Mit all diesen und ähnlichen Maßnahmen steuern und verändern wir das Verhalten des Hundes. Oftmals erfolgt eine erzieherische Aktion sehr spontan, ohne lange zu überlegen. Meist sind es auch Reaktionen, die wir selbst gelernt und die sich unserer Meinung nach auch bewährt haben.
Ein Verhalten wird um so häufiger auftreten, wenn es für
den Hund angenehme Folgen hat.
Verstärker in der Ausbildung:
Positive Verstärkung:
Wenn auf eine bestimmte Verhaltensweise eine angenehme Konsequenz erfolgt, so wird diese Verhaltensweise in Zukunft wahrscheinlich häufiger auftreten (angenehme Konsequenz führt zu erhöhtem Reagieren).
Soziale Verstärker:
Loben, streicheln, mit ruhiger Stimme sprechen.
Materielle Verstärker:
Futter, Spielzeug, Beutegegenstand.
Handlung oder Aktivitätsverstärker:
mit Ball spielen, Beutearbeit mit dem Helfer.
Verstärker wirken nur, wenn sie der neu zu lernenden, unerwünschten Handlung sofort folgen. Dieses gilt insbesondere in der ersten Zeit eines Verhaltentrainings.
Verstärker, die erst in absehbarer Zeit verabreicht werden, sind nur gering oder gar nicht wirksam.
Grundsätzlich sollte man der sozialen Verstärkung den Vorrang geben.
Die Auswahl der geeigneten Verstärker bleibt dem Einfühlungsvermögen des Hundeführers überlassen. Als Grundsatz gilt: Verstärker müssen ankommen. Unwirksame Verstärker möglichst schnell erkennen und austauschen.
Auswirkungen:
Durch Bestrafen kann Angst ausgelöst werden, denn Angst bewirkt Meiden. Das Verhältnis zwischen Hund und Hundeführer wird gestört. Durch Strafe kann aggressives Verhalten übertragen werden.
Warum nutzen wir trotzdem negative Verstärker:
Es erfolgt meist ein sofortiges Unterlassen von unerwünschten Handlungen.
Wenn der Hund sich selbst oder andere massiv gefährdet, kann Strafe situationsbedingt gerechtfertigt sein.
So nun haben Sie einen Eindruck darüber, wie wir unsere und Ihre Hunde ausbilden.